Arbeitnehmer haben grundsätzlich ein Recht auf Teilzeitarbeit

Nur betriebliche Gründe wie unverhältnismäßige Kosten sind ein Ablehnungsgrund. 

Die aktuelle Frage zum Arbeitsrecht kommt von Norbert C.: "Ein Arbeitnehmer strebt eine Arbeitszeitverkürzung an. Kann er von seinem Arbeitgeber eine Teilzeitbeschäftigung verlangen?"

-  Frankfurter Rundschau, 18. Juni 2005

Jeder Voll- oder Teilzeitbeschäftigte, dessen befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, kann eine Reduktion seiner Arbeitszeit verlangen, das besagt Paragraf 8 Abs. 1 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes. Kein Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit besteht lediglich für Arbeitnehmer in Kleinunternehmen mit in der Regel bis zu 15 Beschäftigten. 
 
Der Wunsch auf Arbeitszeitverringerung und deren Umfang ist spätestens drei Monate vor dem begehrten Beginn der Verringerung gegenüber dem Arbeitgeber geltend zu machen. Formvorschriften sind dabei nicht zu beachten; auch bedarf der Antrag keiner inhaltlichen Begründung. Zu Dokumentationszwecken ist es jedoch ratsam, den Antrag schriftlich zu formulieren. Der Antrag soll auch die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben. Der Arbeitgeber muss spätestens einen Monat vor Beginn der Verringerung eine Entscheidung treffen und diese dem Arbeitnehmer schriftlich mitteilen. Entscheidet der Arbeitgeber nicht oder nicht rechtzeitig, wird seine Zustimmung auf Verringerung der Arbeitszeit fingiert. 
 
Die Durchsetzbarkeit des Anspruchs auf Teilzeitarbeit hängt allerdings davon ab, ob der Arbeitgeber dem Anspruch betriebliche Gründe entgegensetzen kann. Der Änderungswunsch der Arbeitszeit muss sich bezogen auf die Dauer, sowie auf die Verteilung der Arbeitszeit in das unternehmerische Konzept einbinden lassen können. 
 
Als betriebliche Gründe für die Ablehnung können insbesondere aufgeführt werden: Beeinträchtigung der Organisation (beispielsweise keine Verfügbarkeit einer geeigneten Ersatzkraft), Beeinträchtigung des Arbeitsablaufs (etwa Unteilbarkeit des Arbeitsplatzes, etwa wegen Spezialitäten- oder Vertrauensstellung), Verursachung von unverhältnismäßigen Kosten (zusätzliche Neueinstellungskosten, zusätzlicher Schulungsaufwand et cetera). 
 
Bei Ablehnung bleibt nur die Klage 
 
In Fällen der Verweigerung oder nicht rechtzeitigen Reaktion des Arbeitgebers steht dem Arbeitnehmer kein Recht zum Selbstvollzug des Teilzeitanspruchs zu, sondern er ist gehalten, den Anspruch klageweise vor dem zuständigen Arbeitsgericht durchsetzen. 
 
Der Klageantrag zur Durchsetzung des Anspruchs auf Teilzeitbeschäftigung richtet sich auf die Abgabe einer dem Änderungsverlangen zustimmenden Willenserklärung des Arbeitgebers (Paragraf 894 Zivilprozessordnung).